Wie prüft man die Oberfläche vor dem Lackieren, damit keine Schleifspuren oder Reparaturkonturen sichtbar werden?

Kurzantwort

Die Oberfläche sollte vor dem Lackieren geprüft werden, bevor Basisfarbe oder Effektlack aufgetragen wird. Wenn Schleifspuren, Wellen, Poren, Übergänge oder Reparaturkonturen bereits im Füller sichtbar sind, werden sie im finalen Lack meistens noch deutlicher sichtbar.

Die beste Kontrolle ist eine Kombination aus Prüfung gegen Licht, Kontrolle mit der Hand und Verwendung von Kontrollpulver oder Kontrolllack. Dadurch werden tiefe Stellen, Schleifspuren, Poren und schlecht ausgeschliffene Übergänge sichtbar, die sonst erst nach dem Lackieren auffallen würden.

Warum reicht eine reine Sichtprüfung nicht aus?

Die Oberfläche kann auf den ersten Blick vorbereitet aussehen. Nach dem Auftragen von Farbe oder Klarlack reflektiert die Oberfläche jedoch stärker Licht und Umgebung. Dadurch werden Unebenheiten sichtbar, die im matten Füller oder auf geschliffenem Untergrund kaum aufgefallen sind.

Das ist besonders wichtig bei glänzendem Klarlack, Metallic-Lacken und Effektlacken. PMcolours Effektlacke wie Flip-Flop / Chameleon, Candy, Pearl, Ghost Pearl, Hologram oder Glitter reagieren auf die Qualität des Untergrundes ähnlich empfindlich wie Metallic-Lacke.

Was ist Kontrollpulver oder Kontrolllack?

Kontrollpulver oder Kontrolllack wird verwendet, um Unebenheiten beim Schleifen von Füller sichtbar zu machen. Auf die Oberfläche wird eine dünne kontrastierende Schicht aufgetragen, die beim Schleifen zeigt, wo die Fläche bereits eben ist und wo noch tiefe Stellen, Schleifspuren oder Poren bleiben.

Wenn nach dem Schleifen Kontrollfarbe in Kratzern, Poren oder an Reparaturrändern stehen bleibt, ist die Oberfläche noch nicht vollständig vereinheitlicht. In diesem Fall sollte nicht direkt mit Farbe weitergearbeitet werden.

Wie hilft Kontrollpulver?

  • es zeigt tiefere Schleifspuren,
  • es macht Poren in Füller oder Spachtel sichtbar,
  • es zeigt tiefe Stellen und Wellen,
  • es hilft, die Ebenheit der Oberfläche zu prüfen,
  • es zeigt schlecht ausgeschliffene Reparaturübergänge,
  • es reduziert das Risiko, dass Fehler erst im finalen Lack sichtbar werden.

Kontrolle mit der Hand ist sehr wichtig

Viele Unebenheiten lassen sich mit den Fingern besser fühlen als mit den Augen sehen. Die Oberfläche sollte daher nicht nur optisch, sondern auch mit der Hand geprüft werden. Die Finger erkennen oft Übergänge, Wellen oder Vertiefungen, die auf einer matten Oberfläche schwer zu sehen sind.

Dabei sollte nicht nur punktuell gedrückt werden. Fahren Sie mit einer größeren Fläche der Hand gleichmäßig über die Reparatur und prüfen Sie aus verschiedenen Richtungen. Wenn ein Reparaturübergang mit den Fingern fühlbar ist, wird er nach dem Lackieren wahrscheinlich sichtbar sein.

Prüfung gegen Licht

Die Oberfläche sollte aus mehreren Winkeln und gegen Licht geprüft werden. Seitliches Licht zeigt oft Wellen, Übergänge, Spachtelkonturen oder Unebenheiten, die bei normalem Blick nicht sichtbar sind.

Bei größeren Flächen wie Türen, Motorhauben, Kotflügeln oder Felgen ist es sinnvoll, die Oberfläche langsam und schrittweise zu prüfen. Je glänzender der finale Lack wird, desto stärker können Untergrundfehler sichtbar werden.

Warum einen Schleifklotz verwenden?

Beim Handschleifen ist ein geeigneter Schleifklotz oder Schleifpad wichtig. Schleifen nur mit den Fingern kann lokale Vertiefungen, Wellen oder ungleichmäßig geschliffene Stellen erzeugen.

Die Finger üben ungleichmäßigen Druck auf das Schleifmittel aus. Dadurch können manche Stellen stärker und andere weniger geschliffen werden. Für größere gerade oder leicht gewölbte Flächen ist deshalb ein Schleifklotz besser geeignet, weil er den Druck gleichmäßiger verteilt.

Schleifspuren können auch bei richtiger Körnung entstehen

Die richtige Körnung allein garantiert noch kein gutes Ergebnis. Schleifspuren und Unebenheiten können auch mit passendem Schleifmittel entstehen, wenn mit falscher Technik, zu hohem Druck oder immer nur in einer Richtung geschliffen wird.

Beim Schleifen sind gleichmäßige Bewegung, angemessener Druck und regelmäßige Kontrolle wichtig. Wenn zu stark auf das Schleifmittel gedrückt wird, können tiefere Spuren entstehen, die nach dem Lackieren sichtbar werden.

Wann sollte man nicht mit Farbe weitermachen?

Mit Basisfarbe oder Effektlack sollte nicht weitergearbeitet werden, wenn im Füller noch Schleifspuren, Poren, Flecken, Übergänge oder Reparaturkonturen sichtbar sind. Farbe und Klarlack verdecken diese Fehler nicht.

Wenn ein Fehler bereits im Füller sichtbar ist, sollte er sofort korrigiert werden. Die Oberfläche muss erneut geschliffen, bei Bedarf wieder mit Füller vereinheitlicht, mit Kontrollpulver oder Kontrolllack geprüft und erst danach weiterbearbeitet werden.

Wie bereitet man die Oberfläche für PMcolours Effektlacke vor?

Unsere Effektlacke gehören bei der Vorbereitung zu den empfindlicheren Decklacken, ähnlich wie Metallic-Farben. Allgemein empfehlen wir, die Oberfläche unter Effektlack mit P800 vorzubereiten.

Die Oberfläche muss gleichmäßig, sauber, entfettet, frei von tiefen Schleifspuren und staubfrei sein. Die Basisfarbe vor der Effektschicht wird normalerweise nicht geschliffen, wenn sie korrekt und fehlerfrei aufgetragen wurde. Auch der Effektlack wird vor dem Klarlack normalerweise nicht geschliffen.

Was tun, wenn bei der Kontrolle ein Fehler sichtbar wird?

  • Schleifspuren durch feineres Schleifen entfernen,
  • Poren oder tiefe Stellen erneut mit Füller vereinheitlichen,
  • scharfe Reparaturübergänge auslaufend ausschleifen,
  • durchgeschliffenes Metall mit geeigneter Grundierung behandeln, idealerweise Epoxy-Primer,
  • nach der Korrektur erneut mit Kontrollpulver oder Kontrolllack prüfen,
  • nicht mit Farbe weitermachen, bis die Oberfläche eben und einheitlich ist.

Kontrollablauf vor dem Lackieren

  1. Füller oder Reparaturschicht vollständig aushärten lassen.
  2. Kontrollpulver oder einen leichten Kontrolllack auftragen.
  3. Mit geeigneter Körnung und geeignetem Schleifklotz schleifen.
  4. Prüfen, ob Schleifspuren, Poren, tiefe Stellen oder scharfe Übergänge bleiben.
  5. Die Oberfläche mit der Hand und gegen Licht prüfen.
  6. Fehler vor dem Farbauftrag korrigieren.
  7. Nach dem finalen Schleifen reinigen, entfetten und ablüften lassen.
  8. Kurz vor dem Lackieren kann ein Antistatiktuch zum Entfernen von feinem Staub verwendet werden.

Zusammenfassung

  • Die Oberfläche sollte vor dem Farbauftrag geprüft werden.
  • Kontrollpulver oder Kontrolllack hilft, Schleifspuren, Poren, tiefe Stellen und Reparaturübergänge sichtbar zu machen.
  • Was im Füller sichtbar oder fühlbar ist, wird im finalen Lack meistens noch deutlicher sichtbar.
  • Beim Handschleifen sollte ein Schleifklotz verwendet werden, nicht nur die Finger.
  • Schleifspuren können auch bei richtiger Körnung entstehen, wenn die Schleiftechnik falsch ist.
  • Für PMcolours Effektlacke empfehlen wir allgemein eine Vorbereitung mit P800.
  • Mit Farbe sollte erst weitergemacht werden, wenn die Oberfläche eben, einheitlich, sauber und entfettet ist.
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