Warum spuckt, tropft oder sprüht die Spraydose ungleichmäßig?
Kurzantwort
Eine Spraydose spuckt, tropft oder sprüht meistens dann ungleichmäßig, wenn sie zu kalt ist, nicht ausreichend geschüttelt wurde, in falscher Position gehalten wird oder die Düse teilweise verschmutzt ist. Bei Effektlacken mit Pigmenten oder feinen Partikeln ist es wichtig, die Spraydose nicht nur vor dem Lackieren, sondern auch während der Arbeit regelmäßig zu schütteln.
Nach dem Lackieren ist es sehr wichtig, die Düse freizusprühen. Wenn Farbe, Pigmente oder feine Partikel in der Düse oder im Ventil zurückbleiben, kann die Dose beim nächsten Gebrauch spucken, tropfen oder ungleichmäßig sprühen. Bei Lacken mit Partikeln kann sich eine Partikel im Ventil festsetzen, die Dose dichtet dann nicht richtig ab und es kann Druck oder sogar Inhalt austreten.
Warum beginnt eine Spraydose zu spucken?
Spucken entsteht, wenn aus der Spraydose kein feiner und gleichmäßiger Sprühnebel kommt, sondern unregelmäßige Tropfen oder Materialansammlungen. Die Ursache kann Druck, Temperatur, schlechte Durchmischung des Inhalts oder die Düse sein.
Bei Effektlacken ist das Risiko höher, weil der Lack Pigmente oder feine Effektpartikel enthält. Diese müssen in der Dose gleichmäßig verteilt sein. Wenn sie sich absetzen oder in größerer Menge in die Düse gelangen, kann der Sprühauftrag ungleichmäßig werden.
Häufigste Ursachen für ungleichmäßiges Sprühen
- die Spraydose ist zu kalt,
- die Spraydose wurde nicht ausreichend geschüttelt,
- die Spraydose wurde während der Arbeit nicht regelmäßig geschüttelt,
- die Dose wird schräg, waagerecht oder in ungeeigneter Position gehalten,
- die Düse ist teilweise verstopft oder verschmutzt,
- in der Düse befindet sich angetrocknete Farbe von vorheriger Verwendung,
- bei Lacken mit Partikeln steckt Pigment in Düse oder Ventil,
- vor der Arbeit wurde kein Testsprühen außerhalb des Teils durchgeführt,
- die Dose wird bei ungeeigneter Temperatur oder nach langer Lagerung in der Kälte verwendet.
Eine kalte Spraydose hat weniger Druck und schlechteren Sprühnebel
Die Temperatur der Spraydose hat großen Einfluss auf das Ergebnis. Wenn die Dose zu kalt ist, ist der Druck niedriger und das Material wird schlechter zerstäubt. Das Ergebnis kann ein grober Sprühauftrag, Spucken, Tropfen oder ungleichmäßige Materialabgabe sein.
Ideal ist, wenn Spraydose, zu lackierendes Teil und Umgebung etwa 20–25 °C haben. Die Dose sollte nicht stark auf Heizkörpern, mit Heißluft oder mit Flamme erwärmt werden. Sicherer ist es, sie vor der Verwendung bei Raumtemperatur zu temperieren.
Schütteln nur am Anfang reicht nicht aus
Die Spraydose muss vor der Verwendung gründlich geschüttelt werden. Bei Effektlacken ist es jedoch wichtig, das Schütteln auch während der Arbeit zu wiederholen. Pigmente und Effektpartikel können sich in der Dose langsam absetzen, besonders wenn das Lackieren länger dauert oder zwischen den Schichten gewartet wird.
Wenn die Dose während der Arbeit nicht geschüttelt wird, kann der Sprühauftrag ungleichmäßig sein. Am Anfang kann eine andere Pigmentkonzentration aus der Dose kommen als später. Das kann Effekt, Farbton und Gleichmäßigkeit der Schicht beeinflussen.
Richtige Position der Spraydose
Die Spraydose sollte beim Arbeiten möglichst senkrecht gehalten werden. Wenn sie stark schräg, waagerecht oder kopfüber verwendet wird, kann sie statt einer gleichmäßigen Mischung mehr Treibgas ansaugen oder Farbe unregelmäßig abgeben.
Das kann sich durch Spucken, Aussetzer, Tropfen oder plötzliche Veränderung der Sprühintensität zeigen. Bei größeren oder komplizierten Teilen ist es besser, die Arbeit so aufzuteilen, dass die Dose möglichst in geeigneter Position gehalten werden kann.
Warum ist ein Testsprühen wichtig?
Vor dem Lackieren des eigentlichen Teils sollte immer kurz außerhalb der lackierten Fläche getestet werden. So lässt sich prüfen, ob die Dose gleichmäßig sprüht, ob die Düse spuckt und ob Tropfen austreten.
Das ist besonders wichtig nach längerer Pause, nach Düsenwechsel, bei erneuter Verwendung der Dose oder bei Effektlacken mit Partikeln. Ein Tropfen oder Spucker direkt auf dem Teil kann einen Fehler verursachen, den eine weitere Schicht nicht unbedingt verdeckt.
Warum muss die Düse nach dem Lackieren freigesprüht werden?
Nach dem Lackieren sollte die Düse der Spraydose gereinigt werden. Bei den meisten Spraydosen wird die Dose dazu auf den Kopf gestellt und kurz gesprüht, bis aus der Düse nur noch Treibgas ohne Farbe austritt.
Dadurch werden Farbreste aus Düse und Ventil entfernt. Das ist besonders wichtig bei Effektlacken, die Pigmente oder feine Partikel enthalten. Wenn ein Pigmentpartikel in der Düse bleibt, kann die Dose beim nächsten Gebrauch spucken, tropfen oder ungleichmäßig sprühen.
Bei Lacken mit Partikeln kann sich eine Partikel in der Düse oder im Ventil festsetzen. Die Dose dichtet dann möglicherweise nicht richtig ab, Druck kann entweichen oder der Inhalt kann austreten. Regelmäßiges Freisprühen der Düse nach der Verwendung reduziert dieses Risiko deutlich.
Was tun, wenn die Spraydose während der Arbeit spuckt?
Wenn die Spraydose während des Lackierens zu spucken beginnt, sollte nicht direkt auf dem Teil weitergesprüht werden. Zuerst außerhalb der Fläche testsprühen, die Dose erneut gründlich schütteln und die Düse prüfen.
Wenn die Düse verschmutzt ist, kann Freisprühen oder der Wechsel auf eine saubere Düse helfen, sofern eine verfügbar ist. Wenn die Dose kalt ist, sollte sie temperieren. Wenn das Problem bestehen bleibt, ist es besser, die Arbeit zu unterbrechen, statt einen sichtbaren Fehler im Lack zu riskieren.
Bei Effektlacken ist besondere Vorsicht nötig
Bei Effektlacken wie Chameleon, Candy, Pearl oder Ghost Pearl kann ein ungleichmäßiger Sprühauftrag das Erscheinungsbild deutlich beeinflussen. Spucken, Tropfen oder eine zu starke Stelle kann den Farbton verändern, Flecken erzeugen oder Unterschiede im Effekt verstärken.
Deshalb sind bei Effekt-Spraydosen gründliches Schütteln, regelmäßiges Mischen während der Arbeit, saubere Düse, richtige Temperatur und Testsprühen außerhalb des Teils besonders wichtig.
Wie lässt sich das Problem vermeiden?
- die Spraydose vor der Verwendung auf etwa 20–25 °C temperieren lassen,
- die Dose vor dem Lackieren gründlich schütteln,
- bei Effektlacken auch während der Arbeit regelmäßig schütteln,
- die Spraydose möglichst senkrecht halten,
- vor dem Sprühen des Teils einen Test außerhalb der Lackfläche machen,
- nach längerer Pause erneut schütteln und den Sprühnebel prüfen,
- nach der Arbeit die Düse immer freisprühen,
- gebrauchte Spraydosen nicht mit verschmutzter Düse lagern,
- wenn die Dose spuckt, nicht direkt auf dem Teil weitersprühen.
Zusammenfassung
- Eine Spraydose kann durch niedrige Temperatur, falsche Position, verschmutzte Düse oder unzureichendes Schütteln spucken, tropfen oder ungleichmäßig sprühen.
- Bei Effektlacken muss die Dose regelmäßig während der Arbeit geschüttelt werden, nicht nur vor dem Lackieren.
- Vor dem Lackieren des Teils ist ein Testsprühen außerhalb der Lackfläche sinnvoll.
- Nach der Arbeit muss die Düse freigesprüht werden, damit keine Farbe oder Pigmente zurückbleiben.
- Bei Lacken mit Partikeln kann eine festsitzende Partikel Spucken, Tropfen, Druckverlust oder Austreten des Inhalts verursachen.
- Wenn die Dose unregelmäßig sprüht, sollte die Arbeit unterbrochen und das Problem außerhalb des Teils gelöst werden.

