Warum hat der Lack eine Orangenhaut-Struktur?

Kurzantwort

Eine Orangenhaut-Struktur entsteht, wenn der Lack nach dem Auftragen nicht richtig verlaufen und sich nicht zu einer glatten Oberfläche glätten kann. Die Oberfläche ist nicht völlig trocken oder deutlich matt, bleibt aber wellig, uneben oder strukturiert wie die Schale einer Orange.

Am häufigsten tritt dieser Fehler bei Klarlack auf. Ursachen sind oft ein zu trockener Spritzauftrag, falscher Abstand, zu schnelle Bewegung, ungeeignete Temperatur, eine zu schwache nasse Schicht oder beim Lackieren mit der Pistole eine falsche Einstellung, falscher Druck, falsche Viskosität oder zu dickes Material.

Was ist Orangenhaut im Lack?

Orangenhaut ist eine Oberflächenstruktur, bei der der Lack nach dem Trocknen nicht glatt wie Glas wirkt, sondern feine Wellen, Unebenheiten oder eine ungleichmäßige Struktur zeigt. Die Oberfläche kann trotzdem glänzend sein, aber die Lichtreflexion ist nicht sauber und gerade.

Auf größeren Flächen sieht man den Fehler besonders gut im Gegenlicht. Die Spiegelung der Umgebung wirkt verschwommen, wellig oder gebrochen. Bei Klarlack bedeutet das, dass sich die Schicht nach dem Auftragen nicht ausreichend verlaufen und glätten konnte.

Warum bildet der Lack keine glatte Oberfläche?

Nach dem Auftragen verläuft, verbindet und glättet sich Lack für eine gewisse Zeit. Wenn Bedingungen und Schichtstärke passen, kann er sich zu einer glatten glänzenden Oberfläche ausbilden. Wenn der Lack jedoch zu schnell antrocknet, zu trocken aufgetragen wird oder eine ungeeignete Viskosität hat, bleibt die Struktur stehen.

Das Ergebnis ist eine Oberfläche, die zwar glänzend sein kann, aber nicht eben ist. Der Lack konnte sich nicht zu einer glatten geschlossenen Schicht verbinden und hinterlässt eine Struktur, die an Orangenhaut erinnert.

Häufigste Ursachen für Orangenhaut

  • zu trockener Spritzauftrag,
  • zu großer Abstand zur Oberfläche,
  • zu schnelle Bewegung der Spraydose oder Pistole,
  • zu schwache nasse Schicht ohne ausreichenden Verlauf,
  • ungeeignete Temperatur beim Lackieren,
  • zu schnelles Verdunsten der Lösemittel,
  • zu dickes Material beim Lackieren mit der Pistole,
  • falsche Einstellung der Lackierpistole,
  • ungeeigneter Druck oder ungeeignete Düse,
  • unzureichende Überlappung der Spritzgänge.

Unterschied zwischen trockenem Spritzauftrag und Orangenhaut

Trockener Spritzauftrag und Orangenhaut hängen zusammen, sind aber nicht immer derselbe Fehler. Ein trockener Spritzauftrag sieht oft rau, matt oder körnig aus, weil der Lack bereits teilweise angetrocknet auf der Oberfläche ankommt.

Orangenhaut bedeutet, dass der Lack zwar eine geschlossene Schicht gebildet hat, sich aber nicht ausreichend verlaufen und glätten konnte. Die Oberfläche kann glänzend sein, bleibt aber wellig.

Orangenhaut beim Lackieren mit der Spraydose

Bei der Spraydose entsteht Orangenhaut meistens dann, wenn die Dose zu weit von der Oberfläche entfernt ist, die Bewegung zu schnell ist oder die Schicht zu schwach aufgetragen wurde. Der Lack kommt dann nicht nass genug auf der Oberfläche an und kann nicht richtig verlaufen.

Das Problem kann durch niedrige Temperatur der Spraydose, des lackierten Teils oder der Umgebung verstärkt werden. Kaltes Material verläuft schlechter und die fertige Oberfläche kann deutlich strukturierter bleiben.

Orangenhaut beim Lackieren mit der Pistole

Beim Lackieren mit der Pistole kann die Ursache auch in falscher Pistolen-Einstellung, ungeeignetem Druck, falscher Düse oder zu dickem Material liegen. Wenn das Material zu viskos ist, wird es schlechter zerstäubt und verläuft schlechter auf der Oberfläche.

Zu starkes Verdünnen ist jedoch nicht die richtige Lösung. Zu dünnes Material kann zwar leichter fließen, erhöht aber gleichzeitig das Risiko von Läufern, zu dünnem Film oder anderen Fehlern. Die empfohlene Verdünnung und Einstellung für das konkrete Produkt sollte immer eingehalten werden.

Welche Rolle spielt die Temperatur?

Die Temperatur hat großen Einfluss auf den Verlauf des Lacks. Ideal ist eine Verarbeitung bei etwa 20–25 °C. Bei niedriger Temperatur ist das Material dickflüssiger, verläuft schlechter und reagiert langsamer. Bei zu hoher Temperatur verdunsten Lösemittel dagegen sehr schnell und der Lack kann antrocknen, bevor er sich glätten kann.

Wichtig ist, dass Luft, lackiertes Teil und Lack selbst eine ähnliche Temperatur haben. Lackieren auf einem kalten Teil, auf einer aufgeheizten Oberfläche oder in direkter Sonne kann das Ergebnis deutlich verschlechtern.

Wie lässt sich Orangenhaut vermeiden?

  • bei geeigneter Temperatur lackieren, idealerweise etwa 20–25 °C,
  • richtigen Abstand zur Oberfläche einhalten,
  • Spraydose oder Pistole gleichmäßig und ruhig führen,
  • die Schicht nicht zu trocken auftragen,
  • beim Klarlack eine ausreichend nasse, aber kontrollierte Schicht auftragen,
  • gleichmäßige Überlappung der Spritzgänge einhalten,
  • beim Lackieren mit der Pistole richtigen Druck, Düse und Materialmenge einstellen,
  • die empfohlene Verdünnung des Produkts einhalten,
  • nicht in direkter Sonne, bei Zugluft oder auf einem zu kalten Teil lackieren,
  • die Technik vor einer größeren Lackierung auf einem Testteil ausprobieren.

Kann Orangenhaut repariert werden?

Bei Klarlack kann Orangenhaut häufig nach vollständiger Aushärtung repariert werden. Die Oberfläche kann fein geschliffen und anschließend poliert oder je nach Ausmaß des Fehlers erneut klarlackiert werden. Die Reparatur erfordert jedoch Vorsicht, damit die Schicht nicht durchgeschliffen wird.

Bei Effektlacken ist deutlich mehr Vorsicht nötig. Die Effektlackschicht wird normalerweise nicht wie ein fertiger Klarlack geschliffen, da Schleifen Pigmente beschädigen, den Farbton verändern oder den Effekt zerstören kann. Die finale Glätte soll durch korrekt aufgetragenen Klarlack entstehen.

Wann ist erneutes Lackieren besser?

Wenn die Struktur sehr stark ist, der Lack ungleichmäßig wirkt oder die Oberfläche nicht sicher poliert werden kann, kann es besser sein, den Lack aushärten zu lassen, die Oberfläche vorzubereiten und eine neue Klarlackschicht korrekt aufzutragen.

Bei größeren sichtbaren Flächen muss berücksichtigt werden, dass eine Reparatur nur an einer kleinen Stelle optisch nicht immer perfekt wird. Manchmal ist es besser, die gesamte sichtbare Fläche zu überarbeiten.

Zusammenfassung

  • Orangenhaut entsteht, wenn der Lack nicht richtig verlaufen und sich glätten kann.
  • Am häufigsten zeigt sie sich im Klarlack als wellige, unebene oder strukturierte Oberfläche.
  • Ursachen können trockener Spritzauftrag, falscher Abstand, ungeeignete Temperatur oder eine zu schwache nasse Schicht sein.
  • Beim Lackieren mit der Pistole können auch Einstellung, Druck, Düse oder Viskosität des Materials eine Rolle spielen.
  • Klarlack muss nass genug aufgetragen werden, damit er verlaufen kann, aber nicht so stark, dass er läuft.
  • Nach dem Aushärten kann Orangenhaut im Klarlack oft durch Schleifen und Polieren oder erneutes Klarlackieren repariert werden.
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