Warum entstehen Krater, Fischaugen oder Bläschen im Lack?
Kurzantwort
Krater, Fischaugen oder Bläschen im Lack entstehen meistens durch Verunreinigung der Oberfläche oder durch eine nicht ausreichend abgelüftete darunterliegende Schicht. Auf der Oberfläche können Silikon, Fett, Wachs, Politurreste, ungeeignete Reiniger, Staub oder andere Verunreinigungen bleiben, die den neu aufgetragenen Lack abstoßen.
Eine weitere häufige Ursache ist das Auftragen von Klarlack auf eine Farbschicht, die noch nicht ausreichend abgelüftet ist. Reste von Verdünnung und Lösemitteln versuchen dann, durch die Klarlackschicht nach außen zu entweichen, und können kleine Krater, Löcher, Bläschen oder beschädigte Stellen in der Oberfläche erzeugen.
Was sind Fischaugen?
Fischaugen sind kleine runde Lackfehler, bei denen Farbe oder Klarlack von der Mitte nach außen weicht. Auf der Oberfläche entsteht ein kleiner Krater, eine Vertiefung oder ein runder Bereich, in dem der Lack nicht gleichmäßig hält.
Typisch sieht es so aus, als würde der Lack an einer bestimmten Stelle „weglaufen“ oder nicht haften wollen. Die häufigste Ursache ist Schmutz oder Fett auf der Oberfläche, das den frisch aufgetragenen Lack abstößt.
Was ist der Unterschied zwischen Krater, Fischauge und Bläschen?
In der Praxis können diese Fehler ähnlich aussehen, die Ursache muss aber nicht gleich sein.
- Fischauge: Der Lack zieht sich um eine verunreinigte Stelle zurück, häufig durch Silikon, Fett, Wachs oder Politur.
- Krater: Eine kleine Vertiefung oder beschädigte Stelle im Lack, die durch Verunreinigung oder durch entweichende Lösemittel aus der unteren Schicht entstehen kann.
- Bläschen: Eine kleine Erhebung oder ein Loch nach dem Austreten von Luft, Lösemitteln oder flüchtigen Stoffen aus dem Untergrund oder der unteren Schicht.
Deshalb sollte nicht nur das Aussehen des Fehlers beurteilt werden, sondern auch, wann er entstanden ist, auf welchem Untergrund und in welcher Phase der Lackierung.
Häufigste Ursachen für Krater, Fischaugen und Bläschen
- Silikon auf der Oberfläche,
- Fett oder Öl,
- Wachs, Politur oder Konservierungsmittel,
- Reste ungeeigneter Reinigungsmittel,
- falsches oder unzureichendes Entfetten,
- Verwendung von Benzin oder Verdünnung zum Entfetten,
- Schleifstaub,
- Verunreinigungen aus Schlauch, Kompressor oder Lackierpistole,
- Feuchtigkeit oder Öl in der Druckluft,
- Berührung mit bloßer Hand nach dem Entfetten,
- nicht ausreichend abgelüftete Farbschicht,
- zu starke Farb- oder Lackschichten,
- zu kurze Wartezeit zwischen den einzelnen Schichten.
Oberflächenverunreinigung als Hauptursache
Die häufigste Ursache für Fischaugen ist eine verunreinigte Oberfläche. Schon eine sehr kleine Menge Silikon, Fett, Wachs oder Politur kann dazu führen, dass der Lack an dieser Stelle nicht richtig verläuft.
Farbe oder Klarlack hält an der verunreinigten Stelle nicht, zieht sich zurück und bildet einen kleinen Kreis oder Krater. Dieses Problem kann bereits beim Auftragen des Basislacks, Effektlacks oder erst beim Klarlackauftrag auftreten.
Warum ist Silikon so problematisch?
Silikon ist beim Lackieren besonders riskant. Es kann in Polituren, Schutzmitteln, Kunststoffpflegesprays, Innenraumreinigern, alten Wachsen oder manchen Universalreinigern enthalten sein.
Schon eine kleine Menge Silikon kann ein deutliches Fischauge verursachen. Der Lack will sich an dieser Stelle nicht mit der Oberfläche verbinden und zieht sich zur Seite zurück. Deshalb ist es wichtig, vor dem Lackieren einen geeigneten Silikonentferner zu verwenden und mit sauberen Tüchern zu arbeiten.
Ungeeignete Verwendung von Entfettern
Ein sehr häufiger Fehler ist die Verwendung eines ungeeigneten Mittels zum Entfetten. Für die Oberflächenvorbereitung vor dem Lackieren empfehlen wir nicht, Benzin, Waschbenzin, normale Verdünnung oder Universalreiniger zu verwenden.
Benzin kann auf der Oberfläche einen fettigen Film oder Rückstände hinterlassen, die die Haftung verschlechtern und Lackfehler verursachen können. Auch Verdünnung ist kein geeigneter Entfetter. Sie kann die Oberfläche anlösen, ältere Schichten aufweichen, Rückstände hinterlassen oder Verunreinigungen nur auf der Fläche verteilen, anstatt sie zu entfernen.
Zum Entfetten vor dem Lackieren empfehlen wir ausschließlich geeignete Silikonentferner, die für die lackiertechnische Oberflächenvorbereitung bestimmt sind. Diese sind dafür entwickelt, Fett, Silikon und Verunreinigungen zu entfernen, ohne den vorbereiteten Untergrund unnötig zu beschädigen.
Wie entfettet man die Oberfläche richtig?
Richtiges Entfetten bedeutet nicht nur, die Oberfläche mit irgendeinem Mittel abzuwischen. Wichtig ist, Verunreinigungen wirklich von der Oberfläche zu entfernen und sie nicht nur zu verteilen.
- einen geeigneten Silikonentferner verwenden,
- mit sauberen Lackiertüchern arbeiten,
- kein Benzin und keine normale Verdünnung verwenden,
- die Oberfläche schrittweise in kleineren Bereichen abwischen,
- Verunreinigungen mit einem sauberen trockenen Tuch aufnehmen,
- die Oberfläche nach dem Entfetten nicht mit bloßen Händen berühren,
- die Oberfläche vor dem Lackieren vollständig ablüften und trocknen lassen.
Wenn ein verschmutztes Tuch für die gesamte Fläche verwendet wird, können Fett oder Silikon nur auf eine größere Fläche verteilt werden. Deshalb sollten saubere Tücher verwendet und bei Bedarf gewechselt werden.
Krater und Bläschen durch nicht ausreichend abgelüftete Farbe
Krater oder kleine Bläschen im Klarlack entstehen nicht nur durch Oberflächenverunreinigung. Eine häufige Ursache ist auch, dass Klarlack auf eine Farbschicht aufgetragen wurde, die noch nicht ausreichend abgelüftet ist.
In der Farbschicht können Reste von Verdünnung und Lösemitteln bleiben. Nach dem Auftragen des Klarlacks versuchen diese flüchtigen Stoffe, durch die neue Lackschicht zu entweichen. Wenn sie nicht genügend Raum für langsames Verdunsten haben, können kleine Krater, Löcher, Bläschen oder beschädigte Stellen entstehen.
Deshalb muss die Farbe vor dem Auftragen des Klarlacks richtig ablüften. Die Oberfläche sollte gleichmäßig, trocken bei Berührung und gemäß dem empfohlenen Verfahren für die nächste Schicht bereit sein. Wenn der Klarlack zu früh aufgetragen wird, kann sich das Problem erst nach dem Klarlackauftrag zeigen.
Warum ist eine zu starke Farbschicht problematisch?
Eine zu starke Farb- oder Effektlackschicht kann eine größere Menge Lösemittel enthalten. Diese benötigen mehr Zeit zum Ablüften. Wenn über eine solche Schicht zu früh Klarlack aufgetragen wird, können Lösemittel im Lackaufbau eingeschlossen werden.
Die eingeschlossenen Lösemittel versuchen anschließend zu entweichen und können den frischen Klarlack stören. Das Ergebnis können Bläschen, kleine Krater, Löcher, Wolken oder eine insgesamt instabile Oberfläche sein.
Wie erkennt man, ob es Kontamination oder schlechte Ablüftung ist?
Die Ursache zu unterscheiden ist nicht immer einfach, einige Anzeichen können jedoch helfen.
- Fischaugen sofort beim Sprühen: deuten oft auf Silikon, Fett oder andere Oberflächenverunreinigung hin.
- Bläschen oder kleine Krater nach dem Klarlackauftrag: können auf nicht ausreichend abgelüftete Farbe oder eine zu starke darunterliegende Schicht hinweisen.
- Fehler nur an einzelnen Stellen: hängen oft mit lokaler Verunreinigung, Berührung mit der Hand oder Politurresten zusammen.
- Fehler auf der gesamten Fläche: können mit insgesamt schlechtem Entfetten, ungeeignetem Reiniger, schlechter Kompressorluft oder ungeeigneten Anwendungsbedingungen zusammenhängen.
Verunreinigungen aus Kompressor oder Lackierpistole
Beim Lackieren mit der Pistole kann das Problem auch in der Luftversorgung liegen. Wenn sich Wasser, Öl oder andere Verunreinigungen in der Druckluft befinden, können sie in Farbe oder Klarlack gelangen und Krater, Fischaugen oder andere Fehler verursachen.
Wichtig sind deshalb saubere Kompressorluft, Wasser- und Ölabscheider, saubere Schläuche, eine saubere Lackierpistole und die richtige Pflege der Ausrüstung. Selbst eine perfekt vorbereitete Oberfläche kann durch Verunreinigungen aus Luft oder Pistole beschädigt werden.
Was tun, wenn Fischaugen beim Lackieren entstehen?
Wenn Fischaugen bereits während der Anwendung entstehen, hilft es meistens nicht, einfach mehr Lack aufzutragen. Der Lack wird sich an den verunreinigten Stellen weiter zurückziehen und der Fehler kann sichtbar bleiben oder sich verschlimmern.
In dieser Situation ist es besser, die Anwendung zu stoppen, das Material ablüften zu lassen und je nach Ausmaß des Fehlers eine Reparatur zu wählen. Meist muss die Oberfläche nach dem Aushärten angeschliffen, gründlich gereinigt, mit geeignetem Silikonentferner entfettet und erneut lackiert werden.
Was tun, wenn Bläschen oder Krater nach dem Klarlack entstehen?
Wenn Bläschen oder kleine Krater erst nach dem Auftragen des Klarlacks entstehen, kann das Problem in der unteren Schicht liegen. Häufig handelt es sich um nicht ausreichend abgelüftete Farbe, eine zu starke Schicht oder eingeschlossene Lösemittel.
In diesem Fall sollte das Problem nicht sofort mit einer weiteren Klarlackschicht überdeckt werden. Eine weitere Schicht kann die Lösemittelreste noch stärker einschließen und die Stabilität des gesamten Lackaufbaus verschlechtern. Besser ist es, den Lack aushärten zu lassen, die Oberfläche zu beurteilen und bei Bedarf durch Schleifen und neuen Auftrag zu reparieren.
Wie lässt sich das Problem vermeiden?
- die Oberfläche vor dem Lackieren gründlich reinigen und entfetten,
- nur geeigneten Silikonentferner verwenden,
- Benzin, Waschbenzin oder normale Verdünnung nicht als Entfetter verwenden,
- keine verschmutzten oder wiederholt verunreinigten Tücher verwenden,
- die Oberfläche nach dem Entfetten nicht mit bloßen Händen berühren,
- jede Schicht richtig ablüften lassen,
- keine zu starken Farb- oder Lackschichten auftragen,
- Klarlack erst auf richtig abgelüftete Farbe auftragen,
- bei der Lackierpistole auf saubere Luft, Schläuche und Pistole achten,
- in sauberer Umgebung ohne Silikon, Öl, Wachs und Staub arbeiten.
Was sollte man vor dem Lackieren vermeiden?
- Reinigung der Oberfläche mit Benzin,
- Entfetten mit normaler Verdünnung,
- Verwendung von Polituren, Wachsen oder silikonhaltigen Produkten vor dem Lackieren,
- Berühren mit bloßer Hand nach dem Entfetten,
- Lackieren über nicht abgelüftete Farbe,
- Auftragen starker Schichten ohne ausreichende Pause,
- Lackieren in staubiger, fettiger oder verschmutzter Umgebung,
- Verwendung von verschmutzter Pistole, Schlauch oder Kompressorluft.
Wann muss die Oberfläche angeschliffen werden?
Wenn Krater, Fischaugen oder Bläschen deutlich sichtbar sind, muss der Lack meistens aushärten und die Oberfläche angeschliffen werden. Einfaches Überlackieren beseitigt den Fehler oft nicht, weil die Ursache in der Oberfläche oder in der unteren Schicht bleibt.
Nach dem Anschleifen muss die Oberfläche erneut gründlich gereinigt, mit geeignetem Silikonentferner entfettet, abgelüftet und erst danach neu lackiert werden.
Zusammenfassung
- Krater, Fischaugen oder Bläschen entstehen meistens durch Oberflächenverunreinigung oder eine nicht ausreichend abgelüftete untere Schicht.
- Silikon, Fett, Wachs, Politur oder ungeeigneter Reiniger können dazu führen, dass sich der Lack auf der Oberfläche zurückzieht.
- Benzin und normale Verdünnung sind nicht zum Entfetten vor dem Lackieren geeignet.
- Zum Entfetten empfehlen wir geeigneten Silikonentferner.
- Krater und Bläschen können auch entstehen, wenn Klarlack auf nicht ausreichend abgelüftete Farbe aufgetragen wird.
- Reste von Verdünnung und Lösemitteln versuchen durch den Klarlack zu entweichen und können kleine Löcher, Bläschen oder Krater erzeugen.
- Vor dem Auftragen von Klarlack muss die Farbschicht richtig ablüften.
- Wenn der Fehler auftritt, löst eine weitere Schicht das Problem meistens nicht.
- Deutliche Fehler müssen nach dem Aushärten meist angeschliffen, erneut entfettet und überlackiert werden.

