Candy lackieren – vollständige Anleitung für Spraydose und Lackierpistole

Candy-Lack ist kein gewöhnlicher Lack – er ist transparent und reagiert auf das Licht. Dadurch entsteht der leuchtende, tiefe Effekt mit dem typischen Eindruck einer „nassen“ Oberfläche. Im Sonnenlicht wirkt der Farbton heller, im Schatten dunkler – der Charakter von Candy hängt davon ab, wie viel Licht durch die Farbschicht dringt.

Warum sieht Candy so besonders aus?

Candy ist ein transparenter Lack ohne Metallic- oder Perlpartikel. Die Tiefe und der Glanz entstehen durch die Metallic-Basis, die das Licht reflektiert, während Candy ihm den gewünschten Farbton verleiht. Dadurch wirkt die Farbe im Sonnenlicht lebendig und besonders tief.

Eine gute Vorbereitung ist entscheidend

Der größte Teil des Ergebnisses hängt von der Vorbereitung der Oberfläche ab. Candy verdeckt keine Unebenheiten – es hebt sie sogar hervor. Die Metallic-Basis muss gleichmäßig sowie frei von Streifen und Flecken sein. Andernfalls werden nach dem Auftragen von Candy dunklere Stellen sichtbar. Eine ausführliche Anleitung findest du hier: Untergrund für die Lackierung vorbereiten.

Die richtige Basis wählen

Candy enthält selbst keine Perl- oder Metallic-Partikel – der sichtbare Effekt wird durch die Basis erzeugt:

  • Silber-Perl SilverTouch – die universelle Basis für alle Candy-Farbtöne.
  • Gold-Perl Solar Gold – geeignet für ausgewählte gelbe, orangefarbene und rote Candy-Farbtöne; sie verleiht ihnen einen wärmeren Charakter.

Beachte immer die Empfehlung auf der Produktseite des jeweiligen Farbtons und mache vor der eigentlichen Lackierung einen Probeauftrag.

Wie viel Basis und Candy-Lack wird benötigt?

  • Spraydose: Für ungefähr 1 m² werden üblicherweise 1× 400 ml Metallic-Basis, 2× 400 ml Candy-Lack und 1× 400–500 ml Klarlack benötigt.
  • Lack für die Spritzpistole: Der Verbrauch von Candy-Lack ist in der Regel etwa 2–3-mal höher als der Verbrauch der Metallic-Basis. Zu 1 Liter SilverTouch oder Solar Gold solltest du daher ungefähr 2–3 Liter Candy-Lack einplanen.
  • Für die Komplettlackierung eines üblichen Pkw werden ungefähr 2–2,5 Liter Metallic-Basis und 5 Liter Candy-Lack benötigt.

Der tatsächliche Verbrauch hängt von Größe und Form der lackierten Teile, der Anzahl der Candy-Schichten, der Einstellung der Spritzpistole und der Erfahrung des Lackierers ab.

Candy – Lackieren mit der Spraydose (400 ml)

📄 PDF zum Download – Spraydose: Candy (Spraydose) – Verarbeitungsanleitung als PDF

Candy ist ein transparenter Lack. Der Farbton entsteht durch mehrere dünne Schichten über der empfohlenen Metallic-Basis, die durchscheint und dem Lack seine Tiefe verleiht. Je mehr Candy-Schichten aufgetragen werden, desto satter und dunkler wird das Ergebnis.

Schnellüberblick (Candy-Spraydose):
  • Basis: SilverTouch ist universell; Solar Gold nur bei ausgewählten gelben, orangefarbenen und roten Farbtönen verwenden, für die diese Basis ausdrücklich empfohlen wird.
  • Schütteln: mindestens 2 Minuten vor dem Lackieren und regelmäßig während der Arbeit.
  • Abstand: 20–30 cm · Überlappung: ca. 70 % · Bewegung: gleichmäßige Sprühzüge.
  • Schichten: Basis 2–3 · Candy 3–5 dünne Schichten · Klarlack 2, gegebenenfalls 3.
  • Ablüftzeit: 5–10 Minuten zwischen den Basisschichten und ungefähr 10 Minuten zwischen den Candy-Schichten.
  • Dose halten: immer senkrecht mit der Düse nach oben – sonst kann die Dose spucken.
  • Umgebung: 18–25 °C, staubarm, zugfrei und ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Was wird benötigt?

Sicherheit zuerst

  • In einer gut belüfteten Umgebung arbeiten und Atemschutz, Handschuhe und Schutzbrille verwenden.
  • Nicht in der Nähe von offenem Feuer oder Funken sprühen. Aerosole sind leicht entzündlich.
  • Material und Werkstück sollten eine Temperatur von 18–25 °C haben. Direkte Sonne und Zugluft vermeiden.

Untergrund vorbereiten

Ein gutes Ergebnis beginnt mit einer glatten Oberfläche. Unebenheiten und Kratzer bleiben durch Candy und die Metallic-Basis sichtbar. Eine ausführliche Anleitung findest du hier: Untergrund für die Lackierung vorbereiten.

  1. Füller auftragen und nach dem Trocknen fein schleifen, beispielsweise mit P600–P800, ohne Durchschliffe zu erzeugen.
  2. Mit Scotch-Brite leicht mattieren, gründlich mit Silikonentferner entfetten und mit einem Antistatik-Tuch abwischen.
  3. Die umliegenden Bereiche abkleben und ein Testblech oder Musterteil vorbereiten.

Schritt 1: Metallic-Basis (Spraydose)

  • Die gewählte Metallic-Basis mindestens 2 Minuten gut schütteln. SilverTouch ist für alle Candy-Farbtöne geeignet; Solar Gold nur dort verwenden, wo diese Basis beim jeweiligen Farbton empfohlen wird. Zuerst einen Probeauftrag machen.
  • 2–3 dünne, gleichmäßige Schichten aus 20–30 cm Entfernung mit ungefähr 70 % Überlappung auftragen. Zwischen den Schichten 5–10 Minuten warten.
  • Ziel ist ein gleichmäßiger, matt abgelüfteter Metallic-Film ohne Flecken oder durchscheinende Stellen.
  • Nach der letzten Schicht ungefähr 20 Minuten ablüften lassen. Die Oberfläche darf nicht mehr kleben.

Schritt 2: Candy (Spraydose)

  • Die Candy-Spraydose erneut gut schütteln und während des Sprühens immer senkrecht mit der Düse nach oben halten.
  • 3–5 dünne Schichten mit ungefähr 10 Minuten Ablüftzeit auftragen. Jede Schicht färbt die Basis nur leicht ein.
  • Mehr Schichten ergeben einen satteren und dunkleren Farbton. Die gewünschte Schichtzahl vorher auf einem Musterteil ermitteln.
  • Außerhalb des Werkstücks mit dem Sprühzug beginnen, die Bewegung gleichmäßig halten und mit ungefähr 70 % Überlappung arbeiten. Nicht sofort in noch nasse Bereiche zurückkehren.
  • Kanten und Vertiefungen zuerst lackieren, anschließend die Flächen. Das Werkstück nach Möglichkeit drehen, um eine gleichmäßige Beschichtung zu erzielen.

Schritt 3: Klarlack (Spraydose)

  • Nach der letzten Candy-Schicht ungefähr 40 Minuten ablüften lassen.
  • Einen hochglänzenden 2K-Klarlack verwenden. Üblich sind 2 mittlere oder gegebenenfalls 3 dünne Schichten gemäß den Herstellerangaben.
  • Bei einer aktivierbaren 2K-Spraydose die Topfzeit beachten.
  • Die vollständige Aushärtung dauert je nach Klarlack mehrere Stunden bis Tage. Das technische Datenblatt beachten.
Tipps für ein besseres Ergebnis:
  • Vor der eigentlichen Lackierung immer einen Probeauftrag auf einem Musterteil machen. So lässt sich die richtige Anzahl der Candy-Schichten bestimmen.
  • Auf eine gleichmäßige Überlappung von ungefähr 70 % und einen konstanten Abstand von 20–30 cm achten.
  • Weitere Hinweise: So erzielst du ein perfektes Ergebnis beim Sprühlackieren.

Richtwerte zum Verbrauch

  • Ergiebigkeit der Basis: Eine 400-ml-Spraydose reicht je nach Form des Werkstücks für bis zu ungefähr 1 m² bei 2–3 dünnen Schichten.
  • In der Praxis werden für ungefähr 1 m² üblicherweise 1× 400 ml Metallic-Basis, 2× 400 ml Candy-Spray und 1× 400–500 ml Klarlack benötigt.
  • Bei komplizierten Formen oder einer größeren Anzahl von Candy-Schichten sollte eine Reserve eingeplant werden.

Häufige Fehler und ihre Lösungen

  • Falsche Basis: SilverTouch ist die universelle Basis für alle Candy-Farbtöne. Solar Gold nur bei ausgewählten gelben, orangefarbenen und roten Farbtönen verwenden, für die diese Basis ausdrücklich empfohlen wird.
  • Streifen oder Zebra-Effekt: Die Schichten wurden zu dick oder ungleichmäßig aufgetragen. Dünn und gleichmäßig sprühen, 20–30 cm Abstand und ungefähr 70 % Überlappung einhalten.
  • Läufer oder Tropfen: Die Bewegung war zu langsam oder die Schicht zu nass. Ablüften lassen und anschließend dünner weiterarbeiten. Hinweise zur Reparatur: Lackläufer reparieren.
  • Die Spraydose spuckt: Die Dose wurde zu weit geneigt oder die Düse ist verschmutzt. Die Dose senkrecht halten und die Düse regelmäßig reinigen.
  • Fischaugen: Die Oberfläche wurde nicht ausreichend entfettet. Erneut entfetten, leicht mattieren und den Auftrag wiederholen.
  • Staub im Lack: In einer staubarmen Umgebung arbeiten und zwischen den Schichten nur auf einer trockenen Oberfläche vorsichtig ein Antistatik-Tuch verwenden.

Fertig!

Mit dem Aufbau empfohlene Metallic-Basis → dünne Candy-Schichten → Klarlack entsteht ein schöner, tiefer Candy-Effekt. Weitere Tipps für ein perfektes Sprühergebnis.

Candy – Lack für die Lackierpistole

📄 PDF zum Download – Lackierpistole: Candy (Lackierpistole) – Verarbeitungsanleitung als PDF
Schnellüberblick (Lackierpistole):
  • Pistole: LVMP/RP mit einer 1,3–1,4-mm-Düse.
  • Verdünnung: Candy im Verhältnis 1 : 1 mit Acrylverdünner mischen.
  • Schichten: 3–5 dünne Schichten mit gleichmäßiger Überlappung von ungefähr 70 %.
  • Basis: SilverTouch ist universell; für ausgewählte gelbe, orangefarbene und rote Farbtöne kann außerdem Solar Gold verwendet werden.
  • Verbrauch: Es wird ungefähr 2–3-mal mehr Candy-Lack als Metallic-Basis benötigt.
  • Technik: Die gesamte sichtbare Seite als eine zusammenhängende Fläche ohne Unterbrechung lackieren.

Beim Lackieren mit der Pistole die richtige Düsengröße von 1,3–1,4 mm und die Verdünnung von 1 : 1 mit Acrylverdünner gemäß technischem Datenblatt einhalten. Für einen gleichmäßigen Farbton immer die gesamte zusammenhängende Fläche in einem Arbeitsgang lackieren. Candy reagiert empfindlich auf ungleichmäßige Überlappungen und unterschiedliche Schichtstärken und ist daher eher für erfahrene Lackierer geeignet.

Vollständige Anleitung als PDF: Candy – Anleitung für die Lackierpistole

Wie viele Candy-Schichten?

Jede Candy-Schicht verdunkelt den endgültigen Farbton und verringert die Lichtdurchlässigkeit. Das Ergebnis deshalb immer auf einem Musterteil testen und anschließend mit Klarlack überlackieren, da dieser die optische Wirkung leicht verändert. Üblicherweise werden 3–5 Schichten aufgetragen.

Weitere mögliche Effekte

Da Candy transparent ist, lässt es sich mit Airbrush-Motiven oder Glitter kombinieren. Damit die einzelnen Schichten sicher haften, müssen sie durch Klarlack voneinander getrennt werden.

🎨 Airbrush-Motive

Das fertige Airbrush-Motiv zunächst mit Klarlack versiegeln. Nach der Aushärtung den Klarlack vorsichtig mit P800–P1000 mattieren und anschließend Candy auftragen. Die transparente Candy-Schicht tönt und vertieft das Motiv, ohne es vollständig zu verdecken. Danach erneut mit Klarlack versiegeln.

✨ Glitter-Effekt

Glitter kann auf zwei Arten eingesetzt werden:

  • Auf Candy, zwischen Candy und Klarlack: für einen deutlicheren, funkelnden Effekt.
  • Unter weiteren Candy-Schichten: 2 Schichten Candy → Glitter → Klarlack → nach der Aushärtung mattieren → weitere Candy-Schichten → Klarlack. Dadurch entsteht ein Tiefeneffekt, bei dem der Glitter scheinbar in der Farbe schwebt.

Zwischen den einzelnen Effektschichten ist Klarlack für Haftung und Schutz erforderlich.

Klarlack

Nach der letzten Candy-Schicht den Lack mindestens 40 Minuten ablüften lassen und erst danach Klarlack auftragen. Candy benötigt häufig eine größere endgültige Klarlackschicht, typischerweise ungefähr 100 µm, beispielsweise 4 Schichten. Bei klassischem 2K-Klarlack kann der Auftrag in zwei Arbeitsschritten erfolgen: 2 Schichten, aushärten lassen, anschleifen und anschließend weitere 2 Schichten auftragen.

Ein UV-Absorber verlängert die Lebensdauer und schützt den Farbton vor dem Ausbleichen.

Was sind Candy-Konzentrate?

Candy ist auch als Konzentrat erhältlich. Dabei handelt es sich um intensive, lösemittelbasierte Farbstoffe, die einer Basis oder einem Klarlack zugesetzt werden, in der Regel bis zu einem Verhältnis von 1 : 20. Sie ermöglichen eine individuelle Anpassung von Farbsättigung und Farbton und werden vor allem von professionellen Lackierern und Airbrush-Künstlern verwendet.

Candy-Lack selbst ausprobieren

Jetzt kennst du den grundlegenden Ablauf.
Mit guter Vorbereitung, einem Probeauftrag und gleichmäßigen dünnen Schichten lässt sich ein beeindruckender Candy-Effekt erzielen.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen

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