Bremssättel richtig lackieren

Das Lackieren der Bremssättel kann die Optik eines Fahrzeugs deutlich verändern. Damit der neue Lack jedoch zuverlässig haftet und mechanischen sowie chemischen Belastungen standhält, kommt es vor allem auf eine gründliche Vorbereitung der Oberfläche an. Bei Effektlacken muss anschließend der komplette Lackaufbau eingehalten werden – Basislack, Effektlack und abschließender Klarlack.

Wichtig: herkömmliche PMcolours Effektlacke sind bis etwa 100 °C temperaturbeständig. Für den normalen Straßenbetrieb kann ein solcher Lackaufbau geeignet sein, sofern die Temperatur der lackierten Oberfläche diesen Wert nicht überschreitet. Bei Rennstreckeneinsatz, sehr sportlicher Fahrweise oder wiederholten starken Bremsmanövern können Bremssättel deutlich höhere Temperaturen erreichen. In diesem Fall sollte ein spezieller Hochtemperaturlack für Bremssättel verwendet werden.

1. Bremssattel demontieren und vorbereiten

Das beste Ergebnis erzielen Sie bei einem demontierten Bremssattel. Wenn Sie den Bremssattel direkt am Fahrzeug lackieren, müssen alle umliegenden Bauteile sorgfältig abgedeckt werden.

Der Lack darf insbesondere nicht auf folgende Bereiche gelangen:

  • Bremsscheiben und Bremsbeläge,
  • Reib-, Kontakt- und Auflageflächen,
  • Bremskolben und Gummimanschetten,
  • Entlüftungsschrauben,
  • Gewinde und Montageflächen für weitere Bauteile.

Entfernen Sie zunächst Schmutz, Rost, abblätternden Altlack und alle weiteren nicht tragfähigen Schichten. Schleifen Sie die Oberfläche gründlich an, bis sie fest, sauber und für den weiteren Lackaufbau vorbereitet ist.

2. Oberfläche gründlich entfetten

Entfernen Sie nach dem Schleifen sämtlichen Staub und entfetten Sie die Oberfläche gründlich. Zur Vorbereitung vor dem Lackieren können Sie den HB Body 770 Antisil Silikonentferner im Spray verwenden.

Eine gründliche Entfettung ist entscheidend. Rückstände von Öl, Silikonen, Bremsflüssigkeit oder anderen Verunreinigungen können zu schlechter Haftung, Kraterbildung oder anderen Lackierfehlern führen.

3. Epoxy-Grundierung

Auf blankem Metall empfehlen wir die 2K PRO Epoxy-Grundierung im 400-ml-Spray. Die Epoxy-Grundierung bildet eine hochwertige Korrosionsschutz- und Isolierschicht und verbessert die Haftung der nachfolgenden Materialien.

Beachten Sie die für das jeweilige Produkt angegebenen Schichtzahlen, Ablüftzeiten und Trocknungszeiten.

4. Füller und Glätten der Oberfläche

Bremssättel haben häufig eine raue oder unebene Oberfläche. Wenn Sie eine möglichst glatte Lackoberfläche erzielen möchten, empfehlen wir nach der Epoxy-Grundierung den 2K HB Body P360 Grau Füller im Spray.

Nach dem Aushärten wird der Füller bis zur gewünschten Glätte geschliffen. Für die abschließende Vorbereitung vor dem Basislack empfehlen wir ungefähr P400–P600 trocken, gegebenenfalls eine feinere Körnung entsprechend dem gewählten Lackierverfahren.

Ist die Oberfläche des Bremssattels bereits gleichmäßig und hat die Epoxy-Grundierung eine ausreichend glatte Oberfläche erzeugt, ist ein zusätzlicher Füller nicht in jedem Fall erforderlich.

5. Vor dem Basislack erneut entfetten

Nach dem abschließenden Schleifen des Füllers oder der Grundierung entfernen Sie erneut sämtlichen Schleifstaub und entfetten die Oberfläche gründlich. Erst danach beginnen Sie mit dem eigentlichen Farblackaufbau.

Richtiger Aufbau einer Effektlackierung:
vorbereitete Oberfläche → Epoxy-Grundierung → gegebenenfalls Füller → Basislack → Effektlack → 2K-Klarlack

6. Basislack

Effektlacke benötigen den richtigen farblichen Untergrund. Dieser hat einen entscheidenden Einfluss auf das spätere Erscheinungsbild.

Für die meisten Flip-Flop Effektlacke, Perleffektlacke, Candy Pearl, Hologramm-Lacke und Glitter-Effekte verwenden wir die schwarze 1K-Basis von PMcolours im Spray.

Für transparente Candy-Lacke wird ein reflektierender Metallic-Untergrund benötigt. Eine universelle Variante ist SilverTouch im Spray. Für ausgewählte warme Candy-Farbtöne kann außerdem SolarGold verwendet werden.

7. Effektlack

Nach ausreichender Ablüftzeit des Basislacks können Sie den gewünschten Effektlack auftragen. Zur Auswahl stehen beispielsweise:

Tragen Sie den Lack in mehreren dünnen und gleichmäßigen Schichten auf. Die genaue Anzahl der Schichten und die Verarbeitung können je nach gewähltem Effekt variieren. Beachten Sie daher immer die Anwendungshinweise beim jeweiligen Effektlack.

8. Mit 2K-Klarlack abschließen

Der Effektlack muss mit einem transparenten Klarlack geschützt werden. Bei Bremssätteln empfehlen wir aufgrund der höheren mechanischen und chemischen Beständigkeit einen echten 2K-Klarlack mit Härter.

Für kleinere Projekte eignet sich beispielsweise der ColorMatic 2K Klarlack Hochglanz 200 ml. Der Härter wird direkt in der Spraydose aktiviert. Nach vollständiger Aushärtung ist ein 2K-Lack deutlich widerstandsfähiger als ein herkömmlicher 1K-Klarlack.

Tragen Sie den Klarlack erst nach der korrekten Ablüftzeit des Effektlacks auf und beachten Sie stets die Verarbeitungshinweise des jeweiligen Herstellers.

Wann ist ein Hochtemperaturlack für Bremssättel erforderlich?

Im normalen Straßenverkehr sind Bremssättel nicht zwangsläufig extrem hohen Temperaturen ausgesetzt. Bei sportlicher Fahrweise, langen Bergabfahrten, wiederholtem intensiven Bremsen oder auf der Rennstrecke kann die thermische Belastung jedoch deutlich steigen.

Wenn Oberflächentemperaturen von mehr als etwa 100 °C zu erwarten sind, sind herkömmliche Effektlacksysteme möglicherweise nicht mehr geeignet.

Für solche Anwendungen sollte ein spezieller Hochtemperaturlack für Bremssättel verwendet werden, dessen Temperaturbeständigkeit für die zu erwartende Belastung ausgelegt ist. Beachten Sie dabei immer den vom Hersteller vorgeschriebenen Lackaufbau und die Verarbeitungshinweise.

Vorsicht beim Kombinieren verschiedener Lacksysteme: Die Temperaturbeständigkeit des gesamten Lackaufbaus wird durch die Schicht mit der niedrigsten Temperaturbeständigkeit begrenzt. Wird beispielsweise ein Hochtemperaturlack anschließend mit einem herkömmlichen Klarlack mit niedrigerer Temperaturbeständigkeit überlackiert, erreicht der gesamte Aufbau nicht mehr die für den Hochtemperaturlack angegebene Temperaturbeständigkeit. Halten Sie sich bei Hochtemperatursystemen daher immer an den vom Hersteller empfohlenen Aufbau.

Der komplette Ablauf im Überblick

  1. Rost, Verschmutzungen und nicht tragfähigen Altlack entfernen.
  2. Die Oberfläche gründlich anschleifen.
  3. Schleifstaub entfernen und die Oberfläche entfetten.
  4. Blankes Metall mit Epoxy-Grundierung grundieren.
  5. Bei Bedarf Füller auftragen und glatt schleifen.
  6. Die Oberfläche erneut entfetten.
  7. Den zum gewählten Effekt passenden Basislack auftragen.
  8. Den Effektlack auftragen.
  9. Mit einem hochwertigen 2K-Klarlack abschließen.
  10. Den gesamten Lackaufbau vor Montage sowie thermischer oder mechanischer Belastung ausreichend aushärten lassen.

Eine sorgfältig vorbereitete Oberfläche ist für die Haltbarkeit der Lackierung genauso wichtig wie der verwendete Lack selbst. Wenn die einzelnen Schichten korrekt aufeinander abgestimmt sind und ausreichend Zeit zum Ablüften und Aushärten erhalten, lassen sich auch auf Bremssätteln außergewöhnliche Flip-Flop-, Candy- oder Perleffekte erzielen.

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